Dortmund Ostfriedhof – Ostpark

Dortmund Ostfriedhof

Der Ostenfriedhof in Dortmund (auch Ostfriedhof oder Ostpark genannt) ist ein 1876 angelegter Friedhof und eine parkähnliche Grünanlage. Viele berühmte Bürger der Stadt sind auf dem innenstadtnahen, ca. 16 Hektar großen Ostenfriedhof beigesetzt. Schöne alte Gräber mit kunstvollen Grabmalen zeugen von begüterten Familien, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Zahlreiche Grabskulpturen stammen von dem jüdischen Bildhauer Benno Elkan.

Ostfriedhof, Benno Elkan

Benno Elkan, Grabdenkmal „Mann mit erloschener Fackel“

Gleich zu Anfang liegt auf der rechten Seite eines der ältesten Gräber des Friedhofs. Hier wurde 1876 Deutschlands wohl berühmteste Köchin, Henriette Davidis, begraben, die den Satz prägte: „Man nehme…“. Ihre Bücher stehen heute im Mittelpunkt des Deutschen Kochbuchmuseums im Westfalenpark.

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Der Ostenfriedhof in Dortmund wurde 1876 als zweiter städtischer Friedhof nach dem „Westentotenhof“, dem heutigen Westpark, eingerichtet. Diese zweite Friedhofsanlage steht im Zusammenhang mit dem rapiden Bevölkerungswachstum im Zuge der Industrialisierung des Ruhrgebiets.

Die ältesten Gräber sind in den Feldern 2 und 5 zu finden. Im Jahre 1898 sind erstmals Beisetzungen auf dem Feld 14 verzeichnet. Es bedeutet, dass seit dieser Zeit die jüdische Abteilung des Friedhofs besteht. Bereits im Jahre 1912 wurde die Anlage des Hauptfriedhofs und damit die Umgestaltung des Ostenfriedhofs in eine Parkanlage beschlossen. Vor allem durch den Ersten Weltkrieg wurde dieses Projekt allerdings verzögert. Erst im Jahre 1921 fand die erste Beisetzung auf dem Hauptfriedhof statt.

Der Ostenfriedhof erlitt während des Zweiten Weltkriegs schwere Zerstörungen. Er wurde zeitweilig für jeglichen öffentlichen Verkehr gesperrt. Durch Vandalismus in der Zeit des Nationalsozialismus und schwere Bombentreffer war vor allem der jüdische Friedhof stark beschädigt. Die zerstörte und erst 1949 wiederhergestellte Einfriedung begünstigte noch in der Nachkriegszeit weiteren Vandalismus und Bronzediebstahl. Die Wiederaufbauarbeiten verliefen aus Mangel an Personal und Material schleppend. Sie dauerten bis in die fünfziger Jahre an.

 

Der jüdische Teil des Ostenfriedhofs

Feld 14 wurde gemäß Bestattungsregister seit 1898 als jüdischer Teil des Friedhofs genutzt, wobei das Feld 14a den Erwachsenen und das Feld 14b den Kinderbestattungen vorbehalten war. Die Gruften befanden sich entlang der Wege. Die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs zerstörten insbesondere diesen Teil des Friedhofs sehr schwer. Alleine drei direkte Bombentreffer wurden auf dieser verhältnismäßig kleinen Fläche registriert. Was die Bomben verschonten, wurde durch Plünderer geraubt oder zerstört. Im Zuge der Wiedergutmachung verpflichtete sich die Stadt Dortmund nach 1945 den jüdischen Friedhofsteil zu sanieren. Jüdische Bestattungen wurden auf dem Ostfriedhof ab 1936 eingeschränkt und 1943 eingestellt.

 

Vom Haupteingang an der Robert-Koch-Straße 35 führt eine der Hauptachsen des Friedhofs Richtung Süden. Die Gründergeneration der Familie Hoesch, lange Eigentümer eines der größten deutschen Stahlunternehmen, ist hier beerdigt.

Der Entwurf für das Grab des bedeutenden Bauunternehmens Caspar Heinrich Jucho (Feld 13) stammt von der Pariser Weltausstellung von 1898. Eines der letzten erhaltenen gusseisernen Grabmale in Westfalen ist die Gruft der Familie Bäumer mit eindrucksvollen Schmiedarbeiten im Jugendstil (Feld 3).Etwas weiter auf der rechten Seite (Feld 3) fällt das Grab der Familie Bäumer durch seine imposanten Schmiedearbeiten auf. Es ist eines der letzten großen, mit Gusseisen gestalteten Grabmale in Westfalen. Bei vielen anderen Gräbern jedoch wurde das Metall im Krieg abmontiert und für die Waffenproduktion eingeschmolzen. Gleich nebenan ist in dem Familiengrab Hoesch die „Gründergeneration“ des Hüttenunternehmens beigesetzt.

Ostfriedhof Dortmund_111

Zwei Gedenkstätten erinnern an große Schlagwetterexplosionen in Dortmund. Am 19. August 1893 kamen 61 Bergleute auf der Zeche Kaiserstuhl I ums Leben. 48 dieser Bergleute wurden neben einem großen Gedenkstein unter eisernen Stelen mit Namenstafeln beerdig.  Am 22. Dezember 1897 folgte eine weitere große Explosion auf der gleichen Zeche. Diesmal bei Schacht II, bei der 19 Bergleute ums Leben kamen. Das Denkmal in Form einer großen Steinplatte findet sich in Feld 11.

Ostfriedhof Dortmund_95

Eine weitere Gedenkstätte erinnert an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Neben einem zentralen Denkmal findet sich eine Reihe mit Ketten verbundener Steine, die die Namen verschiedener Konzentrationslager tragen.

Einige der Grabdenkmäler wurden von dem aus Dortmund stammenden jüdischen Künstler Benno Elkan gestaltet, der unter anderem die Bronze-Menora vor dem Parlament in Jerusalem schuf.

Der Ostenfriedhof ist heute Teil der Route der Industriekultur.

 

Weitere herausragende Grabstätten:

  • Fritz Brinkhoff (1848–1927); Braumeister
  • Familie Crüwell; Verleger; Feld 2

Skulpturen und Grabmale von Benno Elkan

Ostfriedhof Dortmund

  • Kauernde, 1905

Ostfriedhof Dortmund 2

Ostfriedhof Dortmund 1

Ostfriedhof Dortmund 3

Ostfriedhof

Ostfriedhof Dortmund 4

Ostfriedhof Dortmund 5

Ostfriedhof Dortmund 6

  • Ruhende, 1910 (verschollen)
 

Lageplan mit Bildern

 

 

Quelle: wiki,