Gefängnislager – Schießbahn, NRW

Gefängnislager (51)

 

 

Erst Gefängnislager, dann Schießstand und wurde 1938 durch die Wehrmacht errichtet. Es war einst Teil eines Kriegsgefangenenlagers und ist heute eine interessante Foto-Location.

Russische Kriegsgräberstätte
1.736 russische Kriegsgefangene kamen durch Fleckfieber, Hunger und Gewalt im ehemaligen „Stadtwaldlager “ ums Leben und fanden auf einem eigenständigen Friedhof die letzte Ruhestätte. Lediglich Nummern auf kleinen Steinplatten kennzeichnen ihre Gräber, eine Namenliste gibt es nicht mehr. Namenlos bleiben sie Zeugen der Geschichte.

 

Gefängnislager – Daten zur Geschichte des „Stadtwaldlagers“, an das ein Gedenkstein erinnert:

1935 Errichtung des Lagers durch die NSDAP, Hilfswerk Nordwest (Bad Godesberg), für geflüchtete österreichische SA-Männer (sog. Österreich Legion).

1938 Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich am 12. 03. 1938 und dem Anschluss Österreichs an Deutschland, darauf folgte die Räumung des Lagers; Rückkehr der Legion nach Österreich.

Verkauf der Lagerbauten durch die NSDAP an den Reichsfiskus (Heer).
27. September: Abschluss eines Garnisonvertrages zwischen der Stadt und dem Reichsfiskus (Heer). Demzufolge die Übereignung des Grundstücks für das Lager. Daraufhin wurde das Lager für die Unterbringung und Ausbildung kurzfristig dienender Rekruten genutzt. Unweit des Lagers entstand ein Schießstand, ferner wurde ein Übungsgelände vorgesehen. Diesem Zweck hat das Gefängnislager aber kaum gedient.

1939 27. März: die Stadtchronik verzeichnet, dass 2.000 Mitglieder des Reichsarbeitsdienstes (RAD) vorübergehend im Lager untergebracht sind. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges diente das Lager als Kriegsgefangenenlager und zwar als Durchgangslager. Im November kamen die ersten 400 polnischen Kriegsgefangenen in das Gefängnislager, denen dann weitere folgten.

Gefängnislager (1)

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1940 ab Mai: die ersten Gefangenen von der Westfront kamen an; zuerst Holländer, dann Belgier, des weiteren Franzosen, Engländer u.a. Im Oktober vorübergehende Einquartierung deutscher Truppen
(6. Kompanie, II. Bataillon, Infanterie-Regiment 626).

1941 27. November: die ersten 800 russischen Kriegsgefangenen trafen ein, denen später viele Tausend folgten. Das Lager wurde infolgedessen durch Notbaracken erheblich vergrößert.

1944 September. Nach der Landung englischer Fallschirmjäger gehörte das „Waldlager“ zum Rückwärtigen Frontgebiet. Das Kriegsgefangenenlager wurde weiter ostwärts verlegt. Dafür zogen Schanzarbeiter für den Westfalen-Wall in das Lager ein, später dann auch deren Verpflegungsstab.

1945 22. bis 25. März: Unterbringung von Kranken aus dem zerstörten St. Agnes Hospital nach dem
Fliegerangriff auf die Stadt. Außerdem am 30. März: Einnahme des Lagers durch britische Truppen.
April: Nach Besetzung der Stadt dann Sammellager für Fremdarbeiter, insbesondere Russen, bis zu deren Rückführung in die Heimat

1946 September. 2.500 Esten, Letten und Litauer bezogen das Lager.

Gefängnislager (71)

1947 Januar. Die Juden aus dem Lager Bergen-Belsen (meist Polen, Ungarn und Rumänen) wurden hier im
Lager für eine Auswanderung nach Israel zusammengeführt.

1950 Mai. Dann kamen Jugoslawische Flüchtlingsfamilien in das Lager.
April. Schließlich übernahm das Arbeits- und Sozialministerium des Landes NWR  die Leitung des Lagers von der britischen Militärregierung,

1951 September. Das DP-Lager ( = Displaced Persons, heimatlose oder zwangsverschleppte
Ausländer) unter deutscher Leitung wurde aufgehoben. Jedoch blieben noch eine Anzahl Familien
bis zur anderweitigen Unterbringung dort wohnen.

1952 Seit Dezember dann Einrichtung als Hauptdurchgangslager für Flüchtlinge aus der Sowjetzone.

1956 21. November: die ersten Flüchtlinge aus Ungarn, die vor dem Hintergrund des Ungarn-Aufstandes ihre Heimat verlassen hatten, trafen ein.

1959 Vorübergehende Nutzung von Teilen des Areals durch die Bundeswehr.

1985 Kauf des Lagergeländes durch die Stadt.

 

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Gefängnislager